18
Oct
2021

Mit Teebeuteln den Erdboden erforscht

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Von der Aktion "Expedition Erdreich" werden wertvolle Erkenntnisse erwartet

(djd). Ein sandiger Boden mit einem leicht sauren pH-Wert und einer hohen Zersetzungsrate in einem Kleingarten in Berlin-Moabit – hier vergrub Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im April 2021 die ersten Teebeutel und startete damit die bundesweite Citizen-Science-Aktion „Expedition Erdreich“. Seitdem haben Tausende BĂŒrgerforschende die Böden in ihrer Region untersucht und Teebeutel vergraben. Ihre Ergebnisse zur Bodenart, zum pH-Wert und zur Bodennutzung tragen sie in eine Online-Datenbank auf der Aktionswebsite ein.

Teebeutelaktion gibt Hinweise auf Bodenzustand

Drei Monate blieben die Teebeutel in der Erde. Danach wurden die Ersten in dem Berliner Kleingarten wieder ausgegraben. Sie wurden getrocknet, dann wurde ihr Endgewicht bestimmt. Die Daten werden zur Berechnung des sogenannten Tea-Bag-Index und der Zersetzungsrate im Boden genutzt. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklĂ€rt hierzu: „Wir mĂŒssen unsere Böden als unsere Lebensgrundlage schĂŒtzen. Das Erdreich spielt nicht nur eine entscheidende Rolle fĂŒr die Sicherung unserer Nahrungsmittelproduktion, sondern als Lebensraum fĂŒr Pflanzen auch fĂŒr den Klimaschutz. Mit der Expedition Erdreich stĂ€rken wir das gesellschaftliche Bewusstsein fĂŒr den Wert gesunder Böden und lenken die Aufmerksamkeit nicht nur auf landwirtschaftlich genutzte Böden, sondern auch auf das Erdreich in WĂ€ldern, GĂ€rten oder Parks." An der "Expedition Erdreich" haben sich Familien, Nachbarschaftsinitiativen, Landwirte, Vereine und Schulklassen beteiligt. Erzieherinnen und Erzieher sowie LehrkrĂ€fte haben das Lehr- und Arbeitsmaterial fĂŒr AktivitĂ€ten im Freien genutzt und die JĂŒngsten fĂŒr das Thema sensibilisiert.

Daten werden grĂŒndlich ausgewertet

Wenn bis Ende Oktober alle Teebeutel ausgegraben sind, werten die beteiligten Bodenwissenschaftlerinnen und Bodenwissenschaftler die von den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern erhobenen Daten aus. Aus den zahlreichen lokalen Einblicken leiten die Forschenden einen Gesamteindruck zum Bodenzustand in Deutschland ab, aus dem sich gegebenenfalls rĂ€umliche Muster ergeben oder regionale Vergleiche ziehen lassen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prĂŒfen auch, ob die von den BĂŒrgerforschenden erhobenen Daten in das BonaRes-Bodenmodell (BODIUM) einfließen können. Auf dessen Grundlage sollen standortspezifische Handlungsempfehlungen fĂŒr die Landwirtschaft abgeleitet werden, um Böden nachhaltiger zu nutzen, Bodenfunktionen zu erhalten und zu verbessern.

Quelle Text: djd
Quelle Foto: 
djd/BMBF/ExpeditionErdreich