10
Feb
2017

Kinder brauchen Kinder

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Kinder müssen vor Allem selbst bestimmen können, wie ihr Tagesplan aussieht. Ideen und Fantasien lassen sich nur schwer entfalten, wenn alles was man Tut vorgegeben ist. Das Kind muss lernen, selbst zu planen und Ideen umzusetzen. Wird ihm die Entscheidung, womit es sich beschäftigt abgenommen, wird es auch später immer wieder darauf bestehen, dass jemand anderes die Entscheidungen trifft. Lernen auf sich selbst gestellt zu sein ist unter solchen Vorraussetzungen schwer.
Dummheiten müssen sein.
Ist bei dem Spiel unter den Kindern, immer eine Aufsichtsperson dabei, die alles Handeln strengstens überwacht, fehlt der Freiraum für wagemutige Taten aus denen Kinder wichtige Erfahrung schöpfen können. Werden die Kinder in ihrem Spiel eingeengt, gehen diese Erfahrungen verloren. Erwachsene sollten nicht vorschnell in Konfliktsituationen eingreifen. Kinder handeln selbst aus und lernen aus Erfahrungen. Es kann aber auch vorkommen, dass das Kind Unterstützung benötigt, um sich einem anderen Kind zu nähern. In diesem Fall sollten sich die Eltern zusammen mit dem Kind der Situation nähern und ihm den Rücken stärken. Wenn ein Kind Furcht vor Altersgenossen zeigt, fühlt es sich in der Regel mit seinem bisher entwickelten Selbst nicht stark genug, um sich der Herausforderung zu stellen. Der Umgang mit der Behauptungsstärke und dem direkten Auftreten manch anderer Kinder muss behutsam näher gebracht werden. Dabei ist es hilfreich das Kind in Angst erregenden Situationen zu begleiten und ihm zu verdeutlichen, das nichts Schlimmes passiert. Auch kann der Erwachsene versuchen, Spielsituationen herzuleiten, in denen sich das Kind leicht einbringen kann. Das muss es von sich aus wollen. Das Drängen zu Handlungen sollte ausdrücklich vermieden werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich das Kind noch viel weiter zurückzieht.
Ein sicheres Standbein
Der feste Kontakt zu anderen Kindern, bildet für das einzelne Kind eine Art festes Standbein. Für ein Kind ist dies ein sicherer Rückzugsort, bei dem es sich aufgehoben fühlt. Wenn beispielsweise der andere Rückzugsort – die Familie - durch eine anstehende Trennung zerbricht, ist der Schutz des anderen Standbeines erforderlich um das Kind aufzufangen.
Das Bedürfnis von Kleinkindern nach Kontakt mit gleichaltrigen Kindern wird häufig unterschätzt. Dabei sind andere Kinder für Kinder sehr wichtig, um sich selbst zu finden. Kinder lernen von Gleichaltrigen Verhaltensweisen, die sie bei Erwachsenen nicht aufgezeigt bekommen können. Bei dem Verhältnis zu Erwachsenen sucht das Kind vorwiegend Hilfe, Trost und Zuneigung. Hingegen lernt es spielerisch mit Kindern, Kontakte zu knüpfen, verschiedene Umgangsformen und dabei mehr sich selbst zu entdecken. Die soziale Kompetenz wird gefördert, dazu gehören beispielsweise Teamfähigkeit, Rücksichtnahme, Verlässlichkeit und Taktgefühl. Durch das Streiten und Vertragen, das Aushandeln, sowie durch das Eingehen von Kompromissen, werden die Gesetze des sozialen Miteinanders geprägt. Es hilft Fehler zu erkennen – Stärken und Schwächen aufzuzeigen.
SPIELEN HÄLT GESUND
Kinder die ausreichend Kontakt zu anderen Kindern ihres Alters haben, sind in der Regel psychisch gesünder und stabiler. Sie agieren experimenteller und selbstständig, können außerdem extrovertiert auf andere Kinder zugehen.
SELBST IST DAS KIND
Kinder geben sich gegenseitig das Gefühl gebraucht zu werden. Sie helfen sich gerne einander, und geben weiter was sie selbst schon erlernt haben. So lassen sich gemeinsam neue Wege ergründen, in denen jeder seine Rolle erkennen lernt. Verschlossene Kinder können regelrecht aufblühen, indem sie anderen Kindern etwas vormachen oder beibringen können. Wo Kinder unterschiedlicher Altersklassen zusammen sind, geht das Lernen wie von selbst. Jüngere gucken sich viel von den Älteren ab, aber auch ältere Kinder lernen Rücksicht auf Kleinere zu nehmen.
Um das Lernen mit anderen Kindern zu unterstützen, sind sichere, altersgerechte Orte und verschiedene, auf das Alter und das Spiel zugeschnittene Freizeitangebote wichtig. Grundvorraussetzung ist das Vertrauen der Eltern, die Kinder auf sich alleine zu stellen. Eine gute Möglichkeit liefert der Kindergarten. Dort treffen sich die Kinder jeden Tag und können sich auf ihre Weise näher kennen lernen. So lernt das Kind ebenso Grenzen und Hürden auf sich allein gestellt – ohne mütterlichen Schutz – zu bewältigen.
Das Spielen prägt grundlegende Bereiche
Emotionaler Bereich:
Besseres Erkennen, Erleben und Verarbeiten von Gefühlen, Stärkung der Bewältigung von Enttäuschungen und der allgemeinen Belastbarkeit, geringere Aggressionsbereitschaft durch mehr Ausgeglichenheit.
Sozialer Bereich:
Besseres Verfolgen von Gesprächen, geringere Vorurteilsbildung, Gestärktes Verantwortungsgefühl und Ungerechtigkeitsempfinden. Bessere Regelakzeptanz und Kompromissbereitschaft.
Motorischer Bereich:
Gute Reaktionsfähigkeit, fließende Gesamtmotorik, gestärktes Balance empfinden.
Kognitiver Bereich:
Schulung von logischem Denken, Gedächtis, Wortschatz, Wahrnehmung und von Verständnis gegenüber Formen, Zahlen und Farben