05
Oct
2023

Journalismus und Public Relations an der W-HS Gelsenkirchen:

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Ein praxisnaher Studiengang für kreative Köpfe


Ich bin Antonia, 24 Jahre alt und seit 
über anderthalb Jahren Teil des 4 Familii Texter-­­Teams. Seit 2019 studiere ich „Journalismus und Public Relations“ (JPR) an der Westfälischen Hochschule hier in Gelsenkirchen. Ein Studiengang, der in dieser Form nur an der W-HS unterrichtet wird. Meine Studienzeit neigt sich langsam dem Ende entgegen, für 4 Familii berichte ich von meinen Erfahrungen, Vor- und Nachteilen des Studiengangs und gebe euch wichtige Informationen, falls ihr euch auch für JPR interessiert.

Vorteile: 

JPR ist ein toller Studiengang für freie, kreative Köpfe. Die Kurse sind sehr interessant und können größtenteils, anhand der eigenen Vorlieben, gewählt werden. Es gibt einige Pflichtfächer, die absolviert werden müssen, aber auch diese sind wirklich angenehm gestaltet. So konnte ich individuell Fächer wählen, die mich ernsthaft interessiert und persönlich weitergebracht haben. Klassische Vorlesungen, mit hunderten Leuten im Hörsaal, sind eher eine Seltenheit. Der Großteil des Kursangebotes findet in kleinen, übersichtlichen Gruppen statt. Ab dem 4. Semester werden kaum noch Klausuren geschrieben, die Prüfungsleistungen werden oft durch Gruppen- oder Seminararbeiten, oder in Form anderer Abgaben erbracht. Auf diese Weise kann man sein Wissen oft direkt anwenden, statt es bloß theoretisch im Kopf zu haben und auswendig zu können.
Die Dozenten sind stets freundlich, hilfsbereit und fair. Generell empfinde ich die ganze Atmosphäre bei JPR als sehr familiär und angenehm. Viele Dozenten sind parallel zu ihrer Lehrtätigkeit beruflich in den Bereichen Journalismus und PR aktiv, haben eine Menge Praxiserfahrung, gute Kontakte und sind extrem kompetent. 
Material für Hochschul- oder Privatprojekte, wie Kameras, Mikros und Stative können ganz simpel und zu beinahe jeder Zeit ausgeliehen werden. Das ist eine praktische Hilfe, um kreative Ideen umzusetzen, bei denen sonst eventuell die Mittel fehlen. Zusätzlich stehen den Studierenden Räume mit diversen Elektrogeräten, auf dem Flur des Instituts, frei zur Verfügung. 

Ein weiterer Pluspunkt ist die Fachschaft. Die Fachschaft wird von den Student:innen gewählt und besteht aus Studierenden. Sie ist sehr fleißig und engagiert und steht, bei fast allen Belangen, mit Rat und Tat zur Seite. Damit sich jede:r von Anfang an gut bei JPR aufgehoben fühlt, startet das erste Semester mit der Orientierungswoche, kurz „O-Woche“. Hier organisiert die Fachschaft viele spannende Aktivitäten für die angehenden Student:innen; so lernt man die Hochschule, die Stadt und einander besser kennen. Außerdem veranstaltet die Fachschaft jeden Dienstag den sogenannten „Stammtisch“ in einer Kneipe in Buer, um in gemütlicher Atmosphäre beisammen zu sitzen und Neuigkeiten auszutauschen. Über das Semester verteilt finden dann weitere verschiedenste Veranstaltungen statt, die Gelegenheit bieten, sich mit seinen Kommiliton:innen anzufreunden. 

Nachteile: 
Da mir mein Studiengang bis jetzt an sich sehr gut gefällt, kommt mir nur wenig Schlechtes in den Sinn. Zum einen wären da die Kurswahlen am Anfang des Semesters, die oft sehr chaotisch ablaufen. Die freie Kurswahl ist Fluch und Segen zugleich: Der eigene Stundenplan kann zwar recht individuell angepasst werden, allerdings nur, wenn man es schafft, sich rechtzeitig in den gewünschten Kurs einzuschreiben. Die Fächer sind nämlich oft in mehrere Gruppen, in verschiedenen Zeit-Slots, geteilt. Also findet dasselbe Fach möglicherweise bei Gruppe eins montags von 8.15 Uhr–9.45 Uhr statt, Gruppe zwei hat dienstags von 11.45 Uhr bis 13.15 Uhr. Der Favorit ist da natürlich klar. Der Unterricht in kleinen Gruppen ist zwar etwas Tolles, bedeutet demnach allerdings auch, dass die Plätze jeweils begrenzt sind und man dann doch montags um 8 Uhr in der Hochschule sitzt. Das Problem mit der Kurswahl legt sich in den höheren Semestern, da finden viele Wahlen nach Prioritäten statt.

Ein weiteres Manko ist, meiner Meinung nach, die Erreichbarkeit der Uni, vor allem wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte. Es gibt keine direkte Verbindung vom Studentenwohnheim, welches generell recht weit von der Uni entfernt ist. 
Eine weitere Sache, die mir persönlich negativ auffällt, die allerdings nicht unbedingt etwas mit dem Studiengang selbst zu tun hat, ist die allgemeine Organisation der W-HS. Das Studierendensekretariat ist beispielsweise nur zweimal in der Woche geöffnet und es gestaltet sich oft schwer dort jemanden zu erreichen. 

Das solltet ihr wissen:
Mit dem Studiengang JPR gehen zwei Praktika einher, für die ihr euch selbständig bewerben müsst, diese sind Voraussetzung für den Beginn und das Weiterführen des Studiums. Insgesamt müsst ihr auf zwölf Wochen kommen. Mittlerweile ist es so, dass zwei Wochen vor Studienbeginn und zehn Wochen vor Beginn des 4. Fachsemesters absolviert werden müssen. Berufliche Ausbildungen und freie Mitarbeit in Redaktionen können auch anerkannt werden. Außerdem ist JPR ein NC-Studiengang, das bedeutet ihr benötigt, aufgrund der wenigen Plätze in Relation zur Bewerberzahl, einen gewissen Durchschnitt im Abitur, um bei JPR angenommen zu werden. Ihr könnt euch an den NCs der vorherigen Jahre orientieren, diese sind im Internet einzusehen.

(agm)