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    • Donnerstag, 16. April 2026

Frühlingsgefühle – Warum Herz und Körper verrücktspielen

Frühlingsgefühle – Warum Herz und Körper verrücktspielen

Ja, der Frühling ist da – oder der Lenz, wie man ihn früher nannte – wenn die Tage länger werden, die Sonne uns schon am Morgen nach draußen lockt und wir den Wintermantel gegen luftigere Kleidung tauschen, um lieber auf einer sonnigen Parkbank ein Eis zu genießen, statt unter der Decke heißen Kakao zu trinken. Mit der neuen Jahreszeit kehren Energie und Lebensfreude zurück. 4 Familii gibt euch eine Antwort darauf, wie unser Wandel vom Wintertief zur Frühlingslust abläuft.


Wenn Hormone verrücktspielen
Sicher hast du auch schon mal von Hormonen gehört. Hormone sind Botenstoffe, die im Körper eine Vielzahl von Vorgängen steuern. Innerhalb von Sekunden bis Minuten können sie eine Reaktion auslösen, die den Stoffwechsel, den Kreislauf, unsere Körpertemperatur oder sogar unsere Stimmung beeinflussen können. Nun, im Frühling wird die Produktion von einigen dieser Botenstoffe durch das Tageslicht angekurbelt. Im Gegensatz zu dem einschläfernden Melatonin, das in der Dunkelheit produziert wird, hält uns das vom Tageslicht produzierte Hormon Serotonin wach. Das ist ein Hauptgrund dafür, dass wir uns im Frühling wacher und energiegeladener fühlen als im Winter. Weil im Frühling die Tage länger werden, werden wir schon früh von der Sonne geweckt und nehmen am Tag viel mehr Tageslicht auf. Wenn wir dann nach draußen gehen, kommen wir zusätzlich in Bewegung und nehmen noch mehr Tageslicht und auch Sonnenstrahlen über unsere Haut auf. Dadurch werden weitere Hormone wie Dopamin und Nordadrenalin (und bei den Männern Testosteron) vermehrt gebildet – zudem werden die auch als Glückshormone bezeichneten Endorphine ausgeschüttet. Das Motivationshormon Dopamin fordert uns auf, aktiv zu werden, Nordadrenalin hält uns wach und leistungsfähig. Endorphine wiederum, die im Frühling vermehrt ausgeschüttet werden, helfen uns bei der Schmerz- und Stressbewältigung, wodurch wir weniger Schmerzen und Stress empfinden und uns dadurch besser fühlen. Bei Männern kann das im Frühling vermehrt auftretende Hormon Testosteron die Lust und das Wohlbefinden steigern und sie ausgeglichener fühlen lassen. Darüber hinaus gibt es noch ein Hormon, das uns hilft, Beziehungen zu anderen herzustellen. Das Kuschelhormon Oxytocin stärkt unser Vertrauen in andere und hilft uns dabei, leichter auf andere zuzugehen. Dadurch, dass wir im Frühling wieder mehr nach draußen gehen, kann auch dieses Hormon zu dieser Zeit wieder aktiver werden, sodass wir in der Lage sind, leichter soziale Kontakte zu knüpfen und damit auch die Chance erhöhen, uns zu verlieben. Aber natürlich sind es nicht allein unsere Hormone, die für diese starken Gefühle im Frühling verantwortlich sind. Es gibt auch äußere Faktoren, die zu diesem Phänomen beitragen.

Die Rolle von äußeren Einflüssen
Im Grunde ist es ein Zusammenspiel von Hormonen und äußeren Einflüssen, die bei uns Frühlingsgefühle auslösen, denn die Sonne und die Wärme bringen uns erst dazu, mehr nach draußen zu gehen und in der Natur aktiv zu werden. Dadurch dass wir uns wieder mehr mit anderen Menschen treffen, erleben wir auch wieder mehr, wodurch wieder weitere Wohlfühlhormone gebildet und Endorphine ausgeschüttet werden. Darüber hinaus tragen wir im Frühling auch dünnere Kleidung und zeigen mehr Haut, was auf manche anreizend wirken kann. Der Duft der frischen Frühlingsluft fordert uns zum Aufbruch auf. Frühling ist die Zeit der Erneuerung, wie es auch der Frühjahrsputz deutlich macht. Alles Alte, was nicht mehr benötigt wird, kommt raus und es wird Platz für Neues gemacht. Zum Beispiel werden die warmen Wintermäntel weggeräumt und die Frühlingssachen rausgeholt oder auch neue Gardinen, Frühlingsdeko oder frische Blumen besorgt, um die Wohnung heller und freundlicher zu gestalten. Das macht auch etwas mit uns, denn wer sich von Altem trennt, wird aufgeschlossener für Neues. Das gilt auch für die Liebe, denn wenn wir wieder aufgeschlossener gegenüber anderen Menschen und für Beziehungen werden, können wir auch einfacher einen Partner finden. Oder, wenn wir schon einen Partner haben, können wir auch versuchen eine alte Liebe wieder aufzufrischen. Auch das bedeutet Erneuerung: Wenn man sich seiner bestehenden Gefühle für seinen Partner noch einmal bewusst wird und sich daran erinnert, warum man sich damals in ihn verliebt hat.



Die Kehrseite - Frühjahrsmüdigkeit
Frühlingsgefühle sind allerdings nicht für jeden etwas. Was für den einen motivierend und erheiternd sein kann, kann für den anderen eher ermüdend sein. Wenn wir diese Gefühle als befremdlich und ungewohnt wahrnehmen, können sie uns auch überfordern. Das bezeichnet man als Frühjahrsmüdigkeit. Während einige hochmotiviert sind, etwas zu unternehmen und neue Energie verspüren, sind andere schneller erschöpft und ausgelaugt. Das kann für manche frustrierend sein, wenn die vielen Menschen um einen herum so viel Energie ausströmen und man sich selber schlapp und müde fühlt. Wenn es dich stört, dass die Menschen in deinem Umfeld im Frühling hochmotiviert sind, denke einfach daran, dass jeder den Frühling und seine Veränderungen anders wahrnimmt. Und bei manchen dauert es auch länger, bis sich ihr Körper auf den plötzlichen Temperaturanstieg und die vermehrten Sonnenstunden eingestellt hat. Wenn dir diese Veränderungen zu stressig sind, ignoriere einfach die anderen und lebe weiter in deinem eigenen Tempo. Letztlich ist es dein Leben und nur du allein entscheidest, wie aktiv du den Frühling mit all seinen verstärkten Gefühlen erleben willst.                                                                                                                                                                                                          | ksz |